Sexualität wird durch viele unterschiedliche Faktoren geprägt. Persönliche Erfahrungen, Beziehungsmuster, körperliche Veränderungen, unterschiedliche Bedürfnisse und die jeweilige Lebenssituation können Einfluss darauf nehmen, wie Lust und sexuelles Erleben wahrgenommen und gestaltet werden. Auch Veränderungen im Leben – wie Schwangerschaft, die Geburt eines Kindes und der Übergang zur Elternschaft, Trennungen oder andere belastende Lebensphasen – können sich auf die Sexualität auswirken.
Sexuelle Schwierigkeiten betrachte ich daher nicht losgelöst von der jeweiligen Lebenssituation. Wenn im Alltag wenig Raum für Nähe bleibt, sich Bedürfnisse innerhalb einer Partnerschaft verändern oder eine Person sich mehr Sexualität wünscht als die andere, kann daraus mit der Zeit eine belastende Dynamik entstehen. Erwartungen können als Druck erlebt werden, während Rückzug auf der anderen Seite zu Enttäuschung und Verletzungen führen kann. Auch körperliche Veränderungen, frühere Erfahrungen oder wiederkehrende Konflikte können dazu beitragen, dass Nähe schwieriger wird oder Sexualität zunehmend in den Hintergrund tritt.
In meiner therapeutischen Arbeit verbinde ich sexualtherapeutische Ansätze mit meiner systemischen, paartherapeutischen und traumatherapeutischen Arbeitsweise. Je nach Anliegen können unterschiedliche Aspekte in den Mittelpunkt rücken: das eigene sexuelle Erleben, Wünsche und Grenzen, der Umgang mit Nähe und Distanz, die Kommunikation innerhalb der Partnerschaft oder Erfahrungen, die das heutige Erleben von Sexualität beeinflussen.
Im therapeutischen Prozess können neben dem gemeinsamen Gespräch und der Reflexion auch konkrete sexualtherapeutische Impulse und Übungen einbezogen werden. Diese können dabei unterstützen, eigene Wahrnehmungen und Bedürfnisse bewusster zu erleben, vertraute Muster zu hinterfragen und neue Erfahrungen im Umgang mit Nähe und Sexualität zu ermöglichen.
Bei belastenden oder traumatischen Erfahrungen in der Biografie ist mir ein behutsames und traumasensibles Vorgehen besonders wichtig. Sie entscheiden selbstbestimmt welche Erfahrungen Sie einbringen und in welchem Tempo wir uns diesen Themen annähern. Sicherheit und die Wahrnehmung eigener Grenzen bilden dabei eine wichtige Grundlage.
Gemeinsam betrachten wir die für Ihr Anliegen bedeutsamen Zusammenhänge und entwickeln neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten. Dabei steht nicht die Vorstellung einer „richtigen“ oder „normalen“ Sexualität im Mittelpunkt, sondern die Frage, was für Sie persönlich und in Ihrer Beziehung stimmig ist und wie Sexualität selbstbestimmt und entsprechend den eigenen Bedürfnissen gestaltet werden kann.
